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6. Oktober 2026

Shanghai baut seine Opernlandschaft aus: Ein neues Haus für die internationale Bühne

Am 17. Oktober 2026 beginnt im neuen Shanghai Grand Opera House die erste Saison. Das Haus startet mit 47 Produktionen und 82 Vorstellungen und setzt dabei stark auf internationale Opernproduktionen. Mit „Tosca“, „Aida“ und „Der Rosenkavalier“ kommen in den ersten Monaten drei europäische Produktionen erstmals nach Asien.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Die chinesische Metropole Shanghai
Die chinesische Metropole Shanghai | © 756crystal

Mainz/Shanghai - Shanghai bekommt ein neues großes Opernhaus – und eröffnet es mit einem Spielplan, der weit über die chinesische Opernszene hinausgreift. Am 17. Oktober 2026 beginnt im Shanghai Grand Opera House die erste Spielzeit. 47 Produktionen mit insgesamt 82 Vorstellungen stehen bis zum 20. Februar 2027 auf dem Programm. Neben Oper umfasst die Saison auch Konzerte, Tanz und chinesische Oper.

Besonders auffällig ist die internationale Ausrichtung des Opernprogramms. Zu den ersten großen Produktionen gehören Puccinis Tosca in einer Produktion des Teatro La Fenice, Verdis Aida mit dem Mariinski-Theater und Richard Strauss’ Der Rosenkavalier in der Produktion der Staatsoper Unter den Linden. Alle drei werden in Shanghai erstmals in Asien gezeigt: Tosca am 22. und 24. Oktober, Aida vom 30. Oktober bis 1. November und Der Rosenkavalier am 8., 10. und 12. November.

Die drei Werke stehen für unterschiedliche Traditionen des europäischen Musiktheaters: Puccinis politisches Melodram, Verdis monumentales Ägyptendrama und Strauss’ Gesellschaftskomödie über eine untergehende Welt. Auch die Inszenierungen setzen unterschiedliche Akzente. Die venezianische Tosca verlegt die Handlung in die 1950er-Jahre, die neue Aida des Mariinski-Theaters entstand unter Valery Gergiev, und in Der Rosenkavalier verbindet die Berliner Staatsoper André Hellers Belle-Époque-Produktion mit der musikalischen Leitung von Christian Thielemann.

Der internationale Anspruch reicht über die Oper hinaus. Valery Gergiev dirigiert mit dem Mariinski-Orchester vom 23. bis 28. Oktober sämtliche 15 Sinfonien Dmitri Schostakowitschs, verteilt auf acht Aufführungen. Der Zyklus fällt in das Jahr von Schostakowitschs 120. Geburtstag.

Daneben setzt das neue Haus auf chinesisches Repertoire. Die Shanghai Opera House Company bringt mit March of the Volunteers eine Oper von Meng Weidong über die linke Kulturszene Shanghais der 1930er-Jahre auf die Bühne. Hinzu kommen eigene Produktionen von Donizettis L’elisir d’amore, Puccinis Turandot und Verdis La traviata.

Auch das Gebäude selbst gehört zu den großen neuen Kulturprojekten Shanghais. Das von Snøhetta entworfene Opernhaus im Expo Culture Park verfügt über drei Säle mit insgesamt 4.200 Plätzen: 2.000 im großen Saal, 1.200 im mittleren und 1.000 in der kleineren Spielstätte. Das Projekt wurde über mehrere Jahre realisiert und 2026 fertiggestellt.

Die Eröffnung fällt mit dem China Shanghai International Arts Festival zusammen, das vom 17. Oktober bis 15. November stattfindet. Damit verbindet sich der Start des neuen Hauses unmittelbar mit einem der großen internationalen Kulturereignisse der Stadt.

Das Shanghai Grand Opera House beginnt seine Geschichte somit mit einer Mischung aus europäischem Repertoire, chinesischen Werken, großer Sinfonik und internationalen Gastproduktionen. Schon die erste Saison positioniert das neue Haus als wichtigen Schauplatz des kulturellen Austauschs in Shanghai.