8. Oktober 2026
„Romanzo criminale“ wird in Florenz zur Oper
Nicola Piovani bringt Giancarlo De Cataldos „Romanzo criminale“ als neue Oper auf die Bühne des Teatro del Maggio Musicale Fiorentino. Der Roman über die römische Banda della Magliana wird erstmals zum Musiktheater. De Cataldo schreibt selbst das Libretto, Piovani komponiert und dirigiert, Massimo Popolizio inszeniert.

Mainz/Florenz - Ein italienischer Kriminalroman wechselt das Genre: Am 23. Oktober 2026 wird am Teatro del Maggio Musicale Fiorentino Romanzo criminale von Nicola Piovani uraufgeführt. Die neue Oper ist ein gemeinsamer Auftrag des Maggio Musicale Fiorentino und der Fondazione Musica per Roma. Grundlage ist der gleichnamige Roman von Giancarlo De Cataldo, der bereits als Film und Fernsehserie adaptiert wurde. Nun kommt der Stoff erstmals auf die Opernbühne.
De Cataldos 2002 erschienener Roman führt in das Rom der 1970er- und 1980er-Jahre und erzählt vom Aufstieg der Banda della Magliana. Im Zentrum stehen Figuren wie der Libanese, Dandi und Freddo, deren Beziehungen von Loyalität, Verrat und Gewalt geprägt sind. Aus dem Gangsterroman entsteht zugleich ein Panorama des politischen und gesellschaftlichen Klimas jener Jahre.
Für die Oper hat De Cataldo seinen eigenen Roman zum Libretto verdichtet. Damit verändert sich die Perspektive auf den Stoff: Beziehungen, Gewalt und Macht werden nicht mehr durch Kamera und Schnitt erzählt, sondern durch Stimmen, Orchester und szenische Verdichtung. Die Oper konzentriert sich auf die Dynamik einer Gruppe, deren Aufstieg aus der römischen Unterwelt sie immer tiefer in ein Geflecht aus Geld, Gewalt und politischen Interessen führt.
Die Musik stammt von Nicola Piovani, der die Oper auch selbst dirigiert. Der Oscar-prämierte Komponist ist vor allem für seine Filmmusik bekannt; mit Romanzo criminale überträgt er diese Erfahrung auf ein abendfüllendes Musiktheaterwerk. Es spielen das Orchester und der Chor des Maggio Musicale Fiorentino unter der Leitung von Lorenzo Fratini.
Massimo Popolizio übernimmt die Regie. Er war bereits an der Verfilmung von Romanzo criminale beteiligt und spielte darin die Figur des Terribile. Bühne und Kostüme gestalten Margherita Palli und Silvia Aymonino.
Vanessa Goikoetxea singt Patrizia, Anthony Ciaramitaro Dandi, Matteo Desole Scialoja und Toni Nežić den Terribile. William Hernandez übernimmt den Libanese, Alberto Petricca Bufalo und Gonzalo Godoy Sepúlveda Freddo.
Der Stoff bringt damit eine Welt auf die Opernbühne, die nicht zum traditionellen Kanon des italienischen Musiktheaters gehört: organisierte Kriminalität und jüngere italienische Geschichte statt Mythos oder historische Herrscher. Gerade darin liegt der Reiz des Projekts. Romanzo criminale erzählt nicht nur vom Aufstieg einer kriminellen Gruppe, sondern von einem System, in dem private Beziehungen, wirtschaftliche Interessen und politische Macht ineinandergreifen.
Nach der Florentiner Uraufführung soll die Oper 2027 auch im Auditorium Parco della Musica Ennio Morricone in Rom gezeigt werden. In Florenz folgen auf die Premiere Vorstellungen am 25., 28. und 31. Oktober.
Mit Romanzo criminale wird aus einem bekannten Stoff der italienischen Zeitgeschichte ein neues Musiktheaterwerk – und aus der Geschichte der Banda della Magliana eine Oper über Loyalität, Gewalt und Macht.

