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7. Oktober 2026

Händels „Ottone“ in Frankfurt: Wenn eine Kaiserhochzeit zum Machtspiel wird

Georg Friedrich Händels „Ottone“ eröffnet an der Oper Frankfurt eine selten gespielte Seite des Londoner Opernschaffens. Die 1723 uraufgeführte Oper verbindet eine historische Kaiserhochzeit mit höfischer Intrige, virtuosen Arien und einem Ensemble aus internationalen Barockstimmen. Václav Luks dirigiert, Jetske Mijnssen inszeniert.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Die Oper Frankfurt
Die Oper Frankfurt | © Wolfgang Runkel

Mainz/Frankfurt - Am 11. Oktober beginnt an der Oper Frankfurt Georg Friedrich Händels Ottone. Im Zentrum steht die geplante Hochzeit Ottos II. mit der byzantinischen Prinzessin Theophanu – eine historische Verbindung, aus der Händels Librettist Nicola Francesco Haym ein dichtes Geflecht aus Liebe, Intrigen und Macht formte. Die Produktion inszeniert Jetske Mijnssen, am Pult steht Václav Luks. Weitere Vorstellungen folgen bis zum 21. November.

Händel komponierte Ottone für die Londoner Royal Academy of Music; die Uraufführung fand am 12. Januar 1723 im King’s Theatre am Haymarket statt. Das Libretto basiert auf Stefano Benedetto Pallavicinis Text zu Antonio Lottis Teofane, den Händel während seines Aufenthalts in Dresden kennengelernt hatte. Die historische Hochzeit bildet dabei nur den Ausgangspunkt für eine fiktive Handlung voller politischer und persönlicher Verwicklungen.

Im Zentrum dieser Intrigen steht Gismonda. Sie will ihren Sohn Adelberto an die Macht bringen und die geplante Verbindung Ottos mit Teofane verhindern. Teofane wiederum ist weit mehr als die Braut einer Staatsheirat: Sie wird zum emotionalen Mittelpunkt, an dem sich die verschiedenen Interessen und Machtansprüche kreuzen.

Musikalisch gehört Ottone zu Händels frühen großen Londoner Erfolgen. Raffinierte Arien zeichnen die Figuren psychologisch und treiben die Handlung voran. Zu Händels Lebzeiten wurde das Werk gemeinsam mit Rinaldo am häufigsten unter seinen Opern wiederaufgeführt. Dass Ottone heute nur selten auf den Spielplänen erscheint, macht die Frankfurter Produktion zu einer Wiederentdeckung eines zentralen Werks seiner Londoner Jahre.

Václav Luks leitet das Frankfurter Opern- und Museumsorchester. Yuriy Mynenko singt Ottone, Monika Buczkowska-Ward Teofane und Paula Murrihy Gismonda. Iurii Iushkevich übernimmt Adelberto, Cecelia Hall Matilda und Jonas Müller Emireno. Bühnenbild und Kostüme stammen von Ben Baur, die Choreografie von Dustin Klein.

Frankfurt zeigt Ottone damit als Oper über eine Hochzeit, die nie nur privat ist. Hinter der dynastischen Verbindung stehen Figuren, die um Liebe, Einfluss und politische Zukunft kämpfen – und aus dieser Verbindung von Heiratspolitik und persönlichem Begehren gewinnt Händels selten gespielte Oper ihre dramatische Spannung.