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2. Oktober 2026

Zivilschutzalarm unterbricht „Aida“ mit Anna Netrebko in Barcelona

Mitten im dritten Akt von Verdis „Aida“ im Gran Teatre del Liceu ertönten in Barcelona zahlreiche Mobiltelefone gleichzeitig. Ein Zivilschutzalarm vor Unwetter und Küstenstürmen unterbrach die Vorstellung mit Anna Netrebko – nach wenigen Minuten ging die Oper weiter.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Anna Netrebko nahm die Unterbrechung mit Humor
Anna Netrebko nahm die Unterbrechung mit Humor | © Dario Acosta

Mainz/Barcelona - Ein ungewöhnlicher Zwischenfall hat am 28. September die Aida-Vorstellung im Gran Teatre del Liceu in Barcelona unterbrochen. Anna Netrebko stand als Aida auf der Bühne, als im Zuschauerraum Hunderte Mobiltelefone gleichzeitig einen Zivilschutzalarm auslösten. Die katalanischen Behörden warnten vor starken Regenfällen, die für den folgenden Tag erwartet wurden. Dirigent Antonello Manacorda stoppte die Vorstellung mitten im dritten Akt.

Auf der Bühne standen zu diesem Zeitpunkt Netrebko und Arsen Soghomonyan als Radamès. In der betreffenden Szene versucht Aida, Radamès zur gemeinsamen Flucht zu bewegen – der Konflikt zwischen Liebe, Krieg und Loyalität spitzt sich unmittelbar zu. Die plötzlich einsetzenden Alarmsignale aus dem Zuschauerraum unterbrachen den musikalischen Verlauf für rund zwei Minuten. Aus den Kulissen wurde den Künstlern mitgeteilt, dass keine Evakuierung notwendig sei. Danach nahm Manacorda die Aufführung wieder auf.

Netrebko reagierte auf die unerwartete Unterbrechung mit Humor. Berichten zufolge sprang sie zunächst über die Bühne und setzte sich schließlich hin, während das Publikum lachte. Die ungewöhnliche Szene wurde von Zuschauern gefilmt und anschließend in sozialen Medien verbreitet.

Die Aida-Serie des Liceu läuft noch bis zum 15. Oktober. Shirin Neshats Produktion eröffnet die Saison 2026/27 und verbindet Verdis Oper mit Themen wie Krieg, Exil, Identität und Macht. Netrebko ist als Aida am 25. und 28. September sowie am 1. und 4. Oktober zu erleben; weitere Vorstellungen werden unter anderem von Anna Pirozzi, Olga Maslova und Ewa Plonka übernommen.

Der Zwischenfall machte für wenige Minuten sichtbar, wie unmittelbar ein Opernabend auf Ereignisse außerhalb des Theaters reagieren kann. Verdis Bühnenwelt wurde vom realen Stadtraum unterbrochen – und nach dem Ende des Alarms setzte die Musik dort wieder ein, wo sie wenige Minuten zuvor verstummt war.