28. Juli 2026
Opéra national de Paris 2026/27: Mozart, Verdi, Puccini und Janáček prägen die neue Saison
Die Opéra national de Paris setzt in der Spielzeit 2026/27 auf die großen Werke des Opernrepertoires. Zwischen Palais Garnier und Opéra Bastille stehen Mozart, Verdi, Donizetti, Gounod, Massenet und Janáček im Mittelpunkt. Die Saison verbindet zentrale Partituren der Operngeschichte mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie den besonderen Bedingungen zweier unterschiedlicher Pariser Bühnen.

Mainz/Paris - Mit der Spielzeit 2026/27 rückt die Opéra national de Paris erneut jene Werke ins Zentrum, die seit Generationen das internationale Opernrepertoire prägen. Zwischen Palais Garnier und Opéra Bastille reicht das Programm von Mozarts psychologisch vielschichtigem Musiktheater über die großen italienischen Dramen des 19. Jahrhunderts bis zu den sprachlich und musikalisch verdichteten Opern des 20. Jahrhunderts. Auf dem Spielplan stehen unter anderem Don Giovanni, Verdis Der Troubadour, Massenets Werther, Janáčeks Káťa Kabanová, Gounods Roméo et Juliette sowie Donizettis Der Liebestrank und Don Pasquale.
Den Auftakt bildet Mozarts Don Giovanni, das vom 28. Januar bis 24. Juni 2027 an der Opéra Bastille zu erleben ist. Die Oper verbindet die Leichtigkeit des Gesellschaftsstücks mit einer dunklen Studie über Verführung, Macht und Verantwortung. Die Titelfigur gehört zu den anspruchsvollsten Rollen des Repertoires, weil sie zwischen charismatischer Verführungskraft und moralischer Grenzüberschreitung changiert.
An diese Verbindung von großen Figurenkonflikten und musikalischer Dramatik knüpft Giuseppe Verdis Der Troubadour an, der vom 16. Januar bis 27. Februar 2027 an der Opéra Bastille auf dem Programm steht. Mit seinen leidenschaftlichen Arien, den markanten Chorszenen und dem Gegensatz von Liebe, Rache und familiärer Vergangenheit zählt das Werk zu den meistgespielten Opern des italienischen Repertoires. Verdis Fähigkeit, dramatische Situationen unmittelbar in musikalische Spannung zu verwandeln, macht den Abend zu einem zentralen Termin der Saison.
Einen anderen Blick auf innere Konflikte eröffnet Jules Massenets Werther, das vom 11. Februar bis 12. März 2027 an der Opéra Bastille gezeigt wird. Nach Goethes Briefroman erzählt die Oper von unerfüllter Liebe und emotionaler Isolation. Massenets Partitur verbindet französische Eleganz mit einer fein abgestuften Zeichnung der Figuren und stellt besonders die Ausdruckskraft der Tenorpartie ins Zentrum.
Während diese Werke von Leidenschaft und persönlichen Entscheidungen geprägt sind, führt Leoš Janáčeks Káťa Kabanová in eine andere Klangwelt. Die Oper ist vom 27. Januar bis 13. Februar 2027 im Palais Garnier zu sehen und erzählt vom Konflikt zwischen individueller Sehnsucht und gesellschaftlichen Erwartungen. Janáčeks an der tschechischen Sprache orientierte Musiksprache verleiht den Figuren eine unmittelbare emotionale Präsenz und macht innere Spannungen hörbar.
Auch das französische Opernerbe nimmt einen wichtigen Platz im Saisonprogramm ein. Charles Gounods Roméo et Juliette wird vom 7. Juni bis 10. Juli 2027 an der Opéra Bastille aufgeführt. Die auf Shakespeares Tragödie basierende Oper verbindet die bekannte Liebesgeschichte mit einer lyrischen Partitur, in der die Begegnung der beiden jungen Hauptfiguren durch die Stimmen musikalisch gestaltet wird.
Mit den komischen Opern von Gaetano Donizetti zeigt die Opéra national de Paris zudem eine weitere Facette des Repertoires. Der Liebestrank steht vom 23. März bis 13. April 2027 auf dem Programm, Don Pasquale folgt vom 12. Juni bis 10. Juli 2027. Beide Werke zeigen die Kunst der italienischen Opera buffa: präzise Ensemblearbeit, musikalischer Witz und Figuren, deren menschliche Schwächen zum Ausgangspunkt humorvoller Situationen werden.
Die Spielzeit 2026/27 macht damit sichtbar, worauf das Profil der Opéra national de Paris seit ihrer Gründung beruht: auf der kontinuierlichen Beschäftigung mit den großen Partituren der Operngeschichte. Zwischen Mozart, Verdi, Massenet, Janáček, Gounod und Donizetti entsteht ein Saisonbild, das die Vielfalt des Repertoires nicht über Schlagworte, sondern über die Geschichten, Stimmen und musikalischen Strukturen der Werke erfahrbar macht.

