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21. September 2026

Lahav Shani beginnt seine Amtszeit bei den Münchner Philharmonikern

Mit Martha Argerich, Ravels G-Dur-Klavierkonzert, Bernsteins „Chichester Psalms“ und Strawinskys „Le Sacre du printemps“ startet Lahav Shani in seine erste Saison als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. Der Auftakt verbindet französische Klangfarben, jüdische Chormusik und den Aufbruch der musikalischen Moderne.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Der designierte Chefdirigent Lahav Shani
Der designierte Chefdirigent Lahav Shani | © Tobias Hase

Mainz/München - Lahav Shani hat im September 2026 offiziell das Amt des Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker übernommen. Der 1989 in Tel Aviv geborene Dirigent war bereits im Februar 2023 für die Nachfolge von Valery Gergiev ausgewählt worden und hatte seitdem mehrfach mit dem Orchester gearbeitet. Nun beginnt seine erste vollständige Saison als künstlerischer Leiter. Insgesamt acht Programme dirigiert Shani in der Spielzeit 2026/27.

Zu den frühen Höhepunkten gehört die Zusammenarbeit mit Martha Argerich. Ravels Klavierkonzert in G-Dur verbindet französische Klangkultur mit Jazzrhythmen und ungewöhnlichen Instrumentalfarben. Es folgen Leonard Bernsteins Chichester Psalms mit dem Philharmonischen Chor München und dem Tölzer Knabenchor sowie Strawinskys Le Sacre du printemps. Damit führt Shani von Ravel über Bernsteins Verbindung von hebräischer Tradition und moderner Orchestersprache zu Strawinskys radikaler rhythmischer Klangwelt.

Die Auswahl gibt seinem Amtsantritt zugleich eine programmatische Kontur. Klavier, Chor und großes Orchester stehen in unterschiedlichen Konstellationen im Zentrum; Ravel, Bernstein und Strawinsky repräsentieren dabei sehr verschiedene ästhetische und historische Positionen. Shani arbeitet damit nicht nur mit den Münchner Philharmonikern, sondern auch mit den beiden Chören zusammen.

Seine Verbindung zu München reicht vor den Amtsantritt zurück. 2022 dirigierte Shani in der Isarphilharmonie ein Benefizkonzert mit Anne-Sophie Mutter und Mitgliedern der drei großen Münchner Orchester. Im Mai 2025 leitete er dort ein gemeinsames Gedenkkonzert des Israel Philharmonic Orchestra und der Münchner Philharmoniker zum 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Auf dem Programm standen Mahlers Sechste Symphonie und Prayer des israelischen Komponisten Tzvi Avni.

Auch in den kommenden Spielzeiten verbindet Shani das sinfonische Repertoire mit größeren Musiktheaterprojekten. Im April 2027 dirigiert er Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg mit Elīna Garanča und Christian Van Horn in der Isarphilharmonie und beim Festspielhaus Baden-Baden. Für Mai 2027 ist zudem ein Festival der Münchner Philharmoniker unter seiner Leitung vorgesehen, das Orchesterkonzerte, Kammermusik und Vermittlungsformate miteinander verbindet.

Mit Lahav Shani beginnt bei den Münchner Philharmonikern damit eine neue Phase. Seine erste Saison setzt nicht auf ein einzelnes musikalisches Profil, sondern auf unterschiedliche Repertoirewelten – vom französischen Konzert über Chormusik bis zu Strawinskys Moderne. Gleichzeitig erweitert Shani das Aufgabenfeld des Chefdirigenten über das reine Sinfoniekonzert hinaus.