28. September 2026
Brahms in Berlin: Víkingur Ólafsson übernimmt für Daniil Trifonov
Víkingur Ólafsson springt kurzfristig für Daniil Trifonov bei den Berliner Philharmonikern ein. Vom 1. bis 3. Oktober spielt der isländische Pianist unter Kirill Petrenko Brahms’ Erstes Klavierkonzert. Das Programm mit Richard Strauss’ Also sprach Zarathustra führt anschließend nach New York und Südamerika.

Mainz/Berlin - Ein kurzfristiger Wechsel bringt Víkingur Ólafsson Anfang Oktober an die Seite der Berliner Philharmoniker: Der isländische Pianist übernimmt vom 1. bis 3. Oktober in der Philharmonie für Daniil Trifonov, der die Konzerte wegen einer Verletzung absagen musste. Am Programm ändert sich nichts. Unter der Leitung von Kirill Petrenko spielt Ólafsson Johannes Brahms’ Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15.
Brahms’ Erstes Klavierkonzert ist weit mehr als ein virtuoses Solistenstück. Der junge Komponist behandelt das Klavier als gleichberechtigten Partner eines ungewöhnlich gewichtigen Orchesters. Auf die wuchtigen Tutti des ersten Satzes folgen im Adagio weit gespannte, zurückgenommene Linien, bevor das Finale mit seinen rhythmischen Impulsen die Spannung wieder verdichtet. Solistische Eigenständigkeit und symphonischer Dialog bleiben dabei eng miteinander verbunden.
Der zweite Teil gehört Richard Strauss’ Also sprach Zarathustra. Nach dem berühmten Beginn mit dem musikalischen Sonnenaufgang entfaltet Strauss eine groß besetzte Tondichtung zwischen orchestraler Pracht, wechselnden Klangfarben und philosophischer Programmatik. Dem konzentrierten Dialog von Klavier und Orchester bei Brahms steht damit ein Werk gegenüber, das den gesamten Klangkörper zum musikalischen Protagonisten macht.
Für Ólafsson wird Berlin zugleich zum Auftakt einer internationalen Tournee mit den Philharmonikern und Petrenko. Nach den drei Berliner Konzerten folgen New York am 9. und 11. Oktober, Bogotá am 15. Oktober, São Paulo am 18. Oktober sowie Buenos Aires am 21. und 23. Oktober. Überall stehen Brahms’ Erstes Klavierkonzert und Strauss’ Also sprach Zarathustra auf dem Programm.
Für Ólafsson ist es nicht die erste Begegnung mit den Berliner Philharmonikern. Im Dezember 2022 debütierte er mit John Adams’ Must the Devil Have All the Good Tunes?. Nun kehrt er mit Brahms zurück – zunächst als Einspringer für Trifonov, anschließend als Solist einer Tournee, die das gemeinsame Programm von Berlin über New York bis nach Südamerika führt.

