16. September 2026
Ailyn Pérez gibt in São Paulo ihr Brasilien-Debüt als Elisabetta
Ailyn Pérez übernimmt im September die Elisabetta di Valois in Giuseppe Verdis „Don Carlo“ am Theatro Municipal de São Paulo. Für die amerikanische Sopranistin ist die Produktion nicht nur ihr Brasilien-Debüt, sondern zugleich die Rückkehr eines großen Verdi-Dramas auf die Bühne des traditionsreichen Hauses nach mehr als zwei Jahrzehnten.

Mainz/São Paulo - Ailyn Pérez kommt mit einer zentralen Verdi-Partie nach São Paulo: Als Elisabetta di Valois gibt die amerikanische Sopranistin im September ihr Brasilien-Debüt am Theatro Municipal. Verdis Don Carlo steht vom 18. bis 26. September auf dem Spielplan; Pérez singt die Königin am 18., 20., 23. und 26. September. Damit verbindet sich ihr erster Opernauftritt in Brasilien mit der Rückkehr eines Werkes, das seit 21 Jahren nicht mehr auf der Bühne des Municipal zu sehen war.
Im Zentrum von Verdis Oper steht Elisabetta zwischen privatem Gefühl und politischer Ordnung. Ihre Verbindung mit Don Carlo zerbricht an den Machtinteressen der spanischen Krone: Um den Frieden zwischen Spanien und Frankreich zu sichern, heiratet sie schließlich dessen Vater Filippo II. Aus der Liebesgeschichte entwickelt sich ein Drama über Pflicht, Herrschaft und persönliche Freiheit. Die Partie der Elisabetta verbindet dabei weit gespannte lyrische Linien mit den dramatischen Anforderungen des späten Verdi.
Pérez trifft in São Paulo auf Atalla Ayan als Don Carlo und Luiz-Ottavio Faria als Filippo II. Paulo Szot übernimmt den Marquis von Posa, Ana Lúcia Benedetti singt Eboli. Roberto Minczuk dirigiert die Orquestra Sinfônica Municipal, Hernán Sánchez Arteaga den Coro Lírico Municipal. Die szenische Einrichtung stammt von Caetano Vilela, das Bühnenbild von Duda Arruk, die Kostüme von Fábio Namatame.
Für Pérez ist Elisabetta eine Partie, die bereits zu ihrem Verdi-Repertoire gehört: 2022 sang sie die Rolle am Teatro di San Carlo in Neapel. In São Paulo übernimmt sie sie nun bei ihrem brasilianischen Operndebüt. Im Anschluss folgt im November ein weiterer wichtiger Schritt in ihrem Repertoire: Am Théâtre des Champs-Élysées in Paris gibt Pérez ihr Haus- und Rollendebüt als Manon Lescaut in Puccinis gleichnamiger Oper. Die fünf Vorstellungen finden vom 2. bis 15. November statt.
Auch für das Theatro Municipal ist Don Carlo ein markanter Saisontermin. Verdis fünfaktige Oper wird in italienischer Sprache aufgeführt und dauert rund 270 Minuten inklusive zweier Pausen. Das Werk verbindet die private Tragödie seiner Figuren mit den politischen und religiösen Konflikten des spanischen Hofes: Macht, Glaube, Staatsräson und persönliche Freiheit stehen in einem Spannungsverhältnis, das die Handlung bis zum Schluss bestimmt.
Mit Ailyn Pérez’ Elisabetta steht dabei eine Figur im Mittelpunkt, deren persönlicher Konflikt unmittelbar aus diesem Spannungsfeld entsteht. Ihr São-Paulo-Debüt fällt zugleich mit der Rückkehr von Don Carlo an das Municipal zusammen – nach mehr als zwei Jahrzehnten Abwesenheit und mit einer internationalen Besetzung um Pérez, Atalla Ayan und Luiz-Ottavio Faria.

