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5. August 2026

200 Jahre „Oberon“: BBC Proms stellen Webers letzte Oper in den Mittelpunkt

Am 4. August 2026 erinnern die BBC Proms in der Royal Albert Hall mit einer konzertanten Aufführung von Carl Maria von Webers Oberon an den 200. Jahrestag der Londoner Uraufführung. Dirigent Sir Mark Elder präsentiert das romantische Werk mit einer neu entwickelten englischen Erzählfassung und einem international besetzten Ensemble.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Die "Royal Albert Hall" in London
Die "Royal Albert Hall" in London | © Chris Chistodoulou

Mainz/London - Am 4. August 2026 kehrt Carl Maria von Webers Oberon nach London zurück. Zweihundert Jahre nach der Uraufführung im Covent Garden Theatre steht die letzte vollendete Oper des deutschen Komponisten bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall auf dem Programm. Sir Mark Elder dirigiert den Monteverdi Choir und das Orchestre Révolutionnaire et Romantique. Die Aufführung verbindet Webers originale Partitur mit einer neu entwickelten englischen Erzählfassung des Autors Timothy Knapman.

Oberon entstand 1826 im Auftrag des Londoner Covent Garden Theatre und wurde dort unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Nur wenige Wochen nach diesem Londoner Erfolg starb Weber im Alter von 39 Jahren. Seine letzte Oper verbindet Ritterromantik, Märchenhandlung und übernatürliche Figuren mit einer farbenreichen Orchesterpartitur, in der leuchtende Holzbläserfarben, dramatische Chorszenen und atmosphärische Klangbilder eine zentrale Rolle spielen.

Die BBC Proms nutzen das Jubiläumsjahr, um ein Werk neu ins Bewusstsein zu rücken, das trotz seiner berühmten Ouvertüre und seiner Bedeutung für die romantische Oper vergleichsweise selten vollständig auf internationalen Bühnen zu erleben ist. Die neue englische Erzählfassung soll die Handlung für heutige Zuhörerinnen und Zuhörer klarer zugänglich machen, ohne Webers musikalische Struktur zu verändern.

Mit Oberon greifen die BBC Proms zugleich eine grundsätzliche Frage der Opernpraxis auf: Wie können historische Werke des 19. Jahrhunderts in einer zeitgemäßen Aufführung lebendig bleiben, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren? Die Londoner Aufführung verbindet deshalb Erinnerung an ein wichtiges Datum der Musikgeschichte mit einer aktuellen Auseinandersetzung über den Umgang mit dem romantischen Opernrepertoire.

Zweihundert Jahre nach der Uraufführung zeigt Webers Oberon in London erneut, wie eng die Geschichte dieser Oper mit ihrem Entstehungsort verbunden ist – und wie ein Werk, das einst für ein englisches Publikum geschrieben wurde, heute erneut zwischen Tradition und Erneuerung verhandelt wird.