29. September 2026
Beethoven zum 80. Geburtstag: Drei Solisten beim Royal Philharmonic Orchestra
Zum 80. Geburtstag des Royal Philharmonic Orchestra trafen in der Londoner Royal Albert Hall drei international gefragte Instrumentalisten aufeinander: Julia Fischer, Pablo Ferrández und Jan Lisiecki spielten Beethovens Tripelkonzert unter Vasily Petrenko. Errollyn Wallens neue FLARE und Richard Strauss’ Ein Heldenleben rahmten den Jubiläumsabend.

Mainz/London - Das Royal Philharmonic Orchestra hat sein 80-jähriges Bestehen am 23. September in der Royal Albert Hall mit einem Programm gefeiert, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verband. Im Zentrum stand Beethovens Tripelkonzert mit Julia Fischer, Pablo Ferrández und Jan Lisiecki. Vasily Petrenko dirigierte den Jubiläumsabend, der mit Errollyn Wallens FLARE außerdem eine Uraufführung und mit Richard Strauss’ Ein Heldenleben eine groß besetzte Tondichtung enthielt.
Beethovens C-Dur-Konzert op. 56 nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Statt eines einzelnen Solisten stehen Violine, Violoncello und Klavier als Trio dem Orchester gegenüber. Die drei Stimmen müssen sich ständig aufeinander beziehen, während das Orchester zugleich Partner und klanglicher Rahmen bleibt. Das RPO bezeichnet das Werk als Beethovens größtes Konzert und als erstes Konzert, das ein Klaviertrio als solistische Einheit einsetzt.
Julia Fischer kennt das Werk seit ihrer Jugend. Erstmals spielte sie das Tripelkonzert 1998 im Alter von 15 Jahren – mit ihrem Bruder am Klavier und Johannes Moser am Violoncello. In London traf sie nun auf Jan Lisiecki und Pablo Ferrández. Mit Lisiecki hatte sie bereits bei Rezitalen zusammengearbeitet, Ferrández begegnete sie hier erstmals.
Den Auftakt bildete FLARE, eine eigens zum Jubiläum bei Errollyn Wallen in Auftrag gegebene Fanfare. Danach folgte Beethoven, bevor Richard Strauss’ Ein Heldenleben den Abend mit groß dimensioniertem Orchesterklang beschloss. Die drei Werke spannten damit einen Bogen von neuer Musik über Beethovens ungewöhnliche Verbindung von drei Soloinstrumenten bis zu Strauss’ opulenter Tondichtung.
Das Royal Philharmonic Orchestra wurde 1946 von Thomas Beecham gegründet; sein erstes Konzert fand in Croydon statt. In der Saison 2026/27 umfasst das Jubiläumsprogramm 57 Konzerte an zwölf britischen Spielorten sowie internationale Tourneen. Vier Uraufführungen und acht Konzerte zum Beethoven-Jubiläum gehören ebenfalls zum Saisonplan.
Das Jubiläumskonzert stellte damit nicht allein die Geschichte des Orchesters aus. Wallens neue Fanfare verwies auf die Gegenwart, Beethovens Tripelkonzert auf das besondere Zusammenspiel von drei Solisten und Orchester, Strauss’ Ein Heldenleben schließlich auf die klanglichen Möglichkeiten des gesamten Orchesters.

